buon giorno, grüezi, guten tag, hola, hi, bonjour


beim zeichnen und malen, kommt im gegensatz zur fotografie der zeitliche entstehungsprozess dazu. die individualität des schöpfers oder der schöpferin meldet sich.

Der Künstler Felicecosi

 

er lebt von seiner Kunst, die ihn manchmal nährt und manchmal darben lässt. Er strengt sich an, die gängigen Normen zu verlassen und neues auf die Leinwand zu bringen. Meist sind seine Kreationen nicht 100%e Neufindungen dennoch zeichnen sie sich durch eine tief empfundene Auseinandersetzung aus, das macht sie authentisch, verbindlich. Er weiss, dass jede Form von Anpassung im Epigonismus, der Nachahmung endet und rebelliert, das macht ihn kreativ. Denn da ist ein Prozess im Gange entsteht Reibung mitunter eckt er an. Wohl wissend, dass die totale Blosslegung die Domain der Heiligen ist und nicht die der Künstler. Somit bleibt einiges geheim und nährt in ihrer Verborgenheit, die auch Geborgenheit sein könnte ungesehenes. Die in Arbeitszyklen über Jahrzehnte hinweg als Bilder zum Licht finden.

 

Seine Arbeiten sind nicht zu Ikonen im Parademarsch der Elite geworden. Sie werden kaum gewürdigt, bleiben unverstanden im Lager, Estrich, Schrank manchmal taucht eines bei einem Trödler auf, wo man es für fast gar nichts erstehen kann. Dabei möchte er durchaus bereichernd wirken, will mit seinen Kunstwerken der Gesellschaft näher kommen, sie verschönern. Seine Bilder sind verspielt, heiter, fröhlich, schillernd, immer schwingt etwas mit das dem Seichten entrinnt. Er macht Aussagen die fantasievoll, einzigartig, gekonnt, genial, treffend ausgeführt sind doch der Ameisenhaufen des Gut Bürgertums will die hingehaltenen Proteine in Kunstform nicht schlucken. Die zentrale Steuerung, die so etwas wie ein Archetyp ist befürchtet einen Massenamoklauf, einen Funktionsausfall, die Anarchie. Eigentlich ist es genau das, was Felicecosi mit seiner Kunst veranlassen möchte eine Verlagerung der Werte und eine neu Ausrichtung, das grosse Thema vieler Idealisten die es gut meinen.

 

Seine Furcht in der Gilde der Pyramidal Denker, deren hierarchische Strukturen die Sogwirkung von potenten Turbinen haben zerfleischt zu werden, lässt den sensiblen Felicecosi zurückschrecken. Schutz findend in Nischen die immer weniger, die von der Begradigung, der Rationalisierung, den Verboten, der Säuberung und der Gewinnoptimierung abgemäht werden, versucht er sein Leben zu leben. Die Politdiskussionen links-rechts-mitte, das Konsumverhalten, die Globalisierung, die Umweltverschmutzung, das Sektierertum, Terrorismus, Krieg, Verbrechen oder die Kirche sind Themen, die längst von den Medien in ihren Positionen gefestigt und standardisiert wurden und denen man vielleicht als scharfsinniger Cartoonist oder Kabarettist einiges abgewinnen könnte. Er aber muss Themen finden die, die Verunsicherung besänftigen. Seine Werke sind dort angesiedelt, wo wir alle ein Zuhause vermuten, wo uns weitherzig Entegengewunken wird, sie empfangen das Publikum so wie es ist, bei ihm zahlt man keinen Preis, das jüngste Gericht fällt aus.

Er ist der Reiter im Sturm, im Sonnenschein, in den Bergen, durch wild zerklüftete Täler wie Don Quichotte ankämpfend, mit von Visionen, Eingebungen und Fantasie erhellten Augen. Zeigen Erörtern, Vincent, Sutin, Carravaggio spielen mit Leonardos anderem Blick. Über die Grenzen schauen ins Jenseits Berichterstatten, stille reglose Zeugen aus Farbe und Papier, zum Verweilen bestimmt.

 

Im Unterschied zu einem Malerfürsten ist Felicecosi's Auffassung und Lebensentwurf an die Philosophie des Hippietums angelehnt man erkennt auch Fragmente von anarchistischen Ideen. Ein Bohemien, er liegt nie ganz im Trend, ist nur von wenigen akzeptiert und wird Krank, wenn er keine Kunst machen kann. Das hat ihn nicht davon abgehalten neues dazuzulernen. Mit 25 Jahren entschied er sich Sport zu treiben und wurde Marathonläufer. Als er 43 war, fuhr er nach Indien um das Wachsausschmelzverfahren und Bronzegiessen zu erlernen. Mit über 50 war er als Erwachsenenbildner, Kinesiologe, Masseur, Stadtführer, Pflegehelfer in einem Altersheim, Museumsaufsicht, Nachtschichtarbeiter in einem Print Center und Regellauffüller in einem Supermarkt tätig. Er sagt: “ hätte ich immer nur und ausschliesslich gemalt, wäre ich verblödet.“ Sein Credo ist “alles Erleben“.

Download
FELICECOSI Biografisches.pdf
Adobe Acrobat Dokument 110.3 KB

FELICECOSI 

claudio knoepfli                   

rossfeldstrasse 46                   

3004 bern                   

079 869 81 14                           

felicecosi@gmx.net